Lebensqualitätsverbessernde Maßnahmen für selektierte Harnblasenkarzinompatienten mit Neoblase und Zystektomie

 

In den letzten Jahrzehnten wurden im urologischen Fach in einzelnen Etappen Lösungungen einer kontinenten Harnableitung gesucht.

Meilensteine hierfür waren zuerst die gemeinsame Ableitung von Urin und Stuhl über das Rektum, gefolgt von ausgeschalteten Darmsegmenten mit Anschluss an Ureteren und Urethra und schliesslich die Nutzung größerer Darmsegmente mit antimesenterialer Spaltung, antiperistaltischer Anordnung und Bildung eines Urinresservoirs mit Verbindung zum oberen Harntrakt und der Urethra.

 

Alle genannten Ableitungsformen weisen ein unterschiedliches Komplikationsspektrum auf.

Als Goldstandard gilt gegenwärtig nach radikaler Zystektomie die Anlage einer Ileumneoblase. Herausragende Komplikationen sind hierbei nach Weltschrifttumsübersichten insbesondere

 

1.                eine Harninkontinenz

2.                die Impotenz

3.                Stenosen im Anastomosengebiet

4.                Schleimretention

5.                Patientenbelastung durch das Operationstrauma

 

Ziel unserer Untersuchungen war einerseits die Optimierung des bisherigen operativen Vorgehens zum Ausschluss oder der Minimierung von Komplikationen oder Nebenwirkungen, andererseits die Überprüfung von Selektionskriterien für ein entsprechendes Patientengut.

 

Hauptanliegen unseres Verfahrens ist die Schonung des Beckenbodens, die Erhaltung nervaler Strukturen, gezielte arterielle und venöse Ausschaltung der Blutbahnen sowie Schaffung einer breiten subneovesikalen Anastomose.

 

 


Operativer Ablauf bei Anlage einer „Jenaer Harnblase“

 

-                     Unterbauchmittelschnitt (blaue Markierung/Kreuz)

 

-                     Einstellung Situs (saubere Tücher, saubere Walven, symmetrische      

Walven, Lichtverhältnisse)

 

-                     Rechter Blasenpfeiler                           Peritoneum abtragen

obere Pfeiler durchtrennen

Ductus durchtrennen

Harnleiter aufsuchen, nach proximal

präparieren, distal absetzen

proximales Harnleiterresektat,

Spatulierung Stent bis 20cm, vorläufige Fixation

 

     -       Darstellung Arteria iliaca             communis

                                                                  externa

                                                                  interna

                                               Unterbindung vesikalis

                                               superior/inferior

                                               Einschneiden Arcus tendineus

                                               Abpräparation Levatoren

 

     -      Durchtrennung Peritoneum           Douglas + Tunnelung

 

     -      Lymphadenektomie

 

-      analog linke Seite

 

-      Ligatur Ligamentum puboprostaticum

 

-      Legen von Prostatanähten

 

-      elekrocaustisches Einschneiden von Prostata, Bergung Katheter,      

       Komplettierung Prostatadurchtrennung, Sicherungsnaht

 

-     Absetzen des Präparates

 

-     Legen von Prostatakapselhaltenähten

 

-     Einführen von Metallbougies zur Steuerung

 

 

-    Exstirpation von hyperplastischem Prostatagewebe mit distaler     

     prostatischer Harnröhre

 

-    Einlegen eines Ballonkatheters mit Daforspitze

 

-    Appendektomie

 

-    Vermessen des Darmes 20-12-12-12-12 + Legen von Haltefäden

 

-    Durchtrennung des Mesenteriums + Darmdurchtrennung

 

 

-    End zu End Anastomose. Dünndarm – Verschluss Mesenterium

 

-    W-Bildung – Babcock – antimesenterialer Spalt (2xRohr)

 

-    Schenkelnaht

 

-    Schwenken des Lappens + fortlaufende Naht

 

-    partieller Neoblasenverschluss

 

-    linker Harnleiter – Darmanastomose + Lückenverschluss + Extra-

     peritonealisierung (Spülprobe und Fixation)

 

-    rechter Harnleiter Darmanastomose + Extraperitonealisierung (Spülprobe

     + Fixation)

 

-    Herausleiten von Stent und Fixation

 

-    Komplettverschluss

 

-    Dichtigkeitsprüfung

 

-    Einlage eines Drains

 

-    Überprüfung der Darmanastomose

 

-    Omentum majus ins kleine Becken

 

-    Wundverschluss

 

-     Endbilder